Ein ganz wichtiger Bereich ist das Wissen um Flugzeugbergungen. Mein Traum war es immer (ist es bis heute), ein gut erhaltenes Flugzeugwrack im Starnberger See, oder wenigstens in einem der umliegenden Seen zu finden. Anhand meiner damaligen Archiv- Recherchen sind hier tatsächlich auch mehrere Flugzeug abgestürzt und versunken. Und wenn man den Geschichten und Zeitzeugen-Berichten glauben würde, hätte der See kaum noch Wasser, himmelhoch würde sich ein Berg aus tausenden Flugzeugwracks aus dem See erheben. Trotzdem hatte ich nach Jahren und hunderten von Tauchgängen außer ein paar Blechteilen in unseren Seen nichts gefunden.

Mehr oder weniger durch Zufall fand ich etwas anderes: Die Bekanntschaft mit dem ehemaligen Bergungstaucher Ludwig Hain. Und in seinem Photoalbum die Bilder von fast allen Flugzeugen, die ich jahrelang unter Wasser gesucht hatte. Er hatte all diese Wracks bereits in den frühen 50er Jahren geborgen. 

Dieses Beispiel von den Bayerischen Seen lässt sich auf fast alle Orte übertragen. In vielen Fällen gibt es einiges an Unterlagen und mehr oder weniger detaillierte Angaben zu einem Absturz eines Flugzeugs, sehr selten dagegen Informationen über dessen Bergung.

 

Im zweiten Weltkrieg wurde die Suche und Bergung von Flugzeugwracks „professionalisiert“, teilweise eigene Einheiten mit Tauchern und spezielle Schiffe hierfür eingesetzt. Das für die Kriegswirtschaft dringend benötigte Material, besonders Metalle wie Aluminium, wurden knapp.

Auch nach dem Krieg gab es, vor allem in Deutschland zu Beginn des Wirtschaftswunders, großen Bedarf an Metall. Hier waren es vor allem private Bergungsunternehmen, die systematisch nach metallischem „Kriegsschrott“ suchten.

Bergung einer Messerschmitt Bf 109 aus dem Ammersee durch die Firma „Hain und Schuster“.

Für die Bergung dieser B-17 aus dem Barmsee erhielt das Bergungsunternehmen 1951 nach Zeitungsberichten einen Schrottwert von 25.000 DM. Diese Summe war zu dieser Zeit ein kleines Vermögen und erklärt leider den Umstand, warum bei uns heutzutage in den bayerischen Seen Dank Ludwig Hain und seiner Kollegen so gut wie nichts mehr zu finden ist.
In den Jahrzehnten darauf sank der Preis für Altmetall, und damit auch die Aktivitäten von Bergungsunternehmen. Es gab nur noch wenig zu finden und der Erlös stand nicht mehr im Verhältnis zum Aufwand. Erst seit ca. 15 Jahren gibt es wieder mehr, meist kommerziell motivierte gezielte Suchen und Bergungen: Der Wert von Wracks ist wieder gestiegen, diesmal nicht wegen ihrem Schrottwert, sondern als Basis oder Teileträger für die Restaurierung durch vermögende Sammler, Vereine oder Museen.